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Ausstehende Gehälter im Spielervertrag: Kündigung nach FIFA-Regel 14bis

Wann ausstehende Gehälter eine vorzeitige Vertragsbeendigung rechtfertigen können: FIFA-Regel 14bis, schriftliche Nachfrist, österreichisches Arbeitsrecht und wichtige Nachweise.

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Hinter jeder Mandatsbetreuung steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen zum Spielervertrag prüfen wir mit Blick auf Vertrag, Beweise, Fristen und wirtschaftliche Folgen.

26. August 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Wenn ein Verein Gehälter nicht rechtzeitig bezahlt, geht es für einen Spieler nicht nur um eine offene Forderung. Der Zahlungsrückstand kann auch die Frage aufwerfen, ob der Spielervertrag vorzeitig beendet werden darf, ohne dass der Spieler selbst eine Vertragsverletzung begeht.

Für internationale Profiverträge enthält Art 14bis der FIFA-Regulations on the Status and Transfer of Players einen besonderen Prüfrahmen. Er ersetzt aber weder die genaue Vertragsprüfung noch das anwendbare nationale Arbeitsrecht. Entscheidend sind Fälligkeit, Höhe, schriftliche Aufforderung, Nachfrist und die richtige Erklärung zur Beendigung.

Kurze Einordnung

Was beschreibt Ihre Situation am besten?

Wählen Sie die Ausgangslage, die Ihrem Fall am nächsten kommt. Der Kurzcheck zeigt, welche Unterlagen und nächsten Prüfungsschritte wichtig sind.

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01 Frage 1

Aus welcher Rolle prüfen Sie den Zahlungsrückstand?

Ergebnis

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01

Bei zwei fälligen Monatsgehältern ist Art 14bis FIFA besonders genau zu prüfen.

Ordnen Sie Fälligkeit und Höhe jedes Monatsgehalts, sichern Sie den Vertrag und prüfen Sie eine schriftliche Inverzugsetzung mit einer Nachfrist von mindestens 15 Tagen. Eine Kündigung sollte erst nach Prüfung des konkreten Regelwerks und der Beendigungsform erklärt werden.

02

Bei Prämien, Sachleistungen oder nicht monatlicher Vergütung muss der Betrag zunächst in die Monatslogik eingeordnet werden.

Markieren Sie die vertragliche Fälligkeit und die Berechnung der offenen Position. Art 14bis sieht für nicht monatlich fällige Gehälter eine anteilige Betrachtung vor; ob eine Prämie darunter fällt, ist nicht automatisch gegeben.

03

Eine Aufforderung allein genügt nicht: Inhalt, Zugang, Frist und vollständige Zahlung müssen zusammenpassen.

Prüfen Sie, ob die offene Summe konkret bezeichnet, die vollständige Zahlung verlangt und eine Frist von mindestens 15 Tagen eingeräumt wurde. Sichern Sie Versand und Zugang. Bei mehreren Forderungen sollte die Zuordnung nachvollziehbar bleiben.

Was Art 14bis FIFA bei ausstehenden Gehältern verlangt

Nach Art 14bis Abs 1 der FIFA-Regulations on the Status and Transfer of Players kann ein Spieler einen Vertrag aus wichtigem Grund beenden, wenn der Verein rechtswidrig mindestens zwei Monatsgehälter an den jeweiligen Fälligkeitstagen nicht bezahlt hat. Vorher muss der Spieler den Verein schriftlich in Verzug setzen und ihm eine Frist von mindestens 15 Tagen zur vollständigen Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen geben.

Die Regelung beschreibt einen Prüfrahmen, aber keinen Freibrief für jede offene Position. Zu klären sind der genaue Fälligkeitstag, die vertraglich geschuldete Höhe, bereits geleistete Teilzahlungen und die Frage, ob der Rückstand tatsächlich rechtswidrig ist. Eine bloße Unzufriedenheit mit der Abrechnung ersetzt diese Prüfung nicht.

Für Gehälter, die nicht monatlich fällig werden, sieht Art 14bis Abs 2 eine anteilige Betrachtung vor. Ein verzögerter Betrag, der mindestens zwei Monatsgehältern entspricht, kann ebenfalls relevant sein. Bei Prämien, Sachleistungen oder Kostenersatz muss aber zuerst festgestellt werden, ob und wann sie nach dem Vertrag geschuldet sind.

Art 12bis und Art 14bis nicht verwechseln

Art 12bis FIFA betrifft überfällige Zahlungen und mögliche sportrechtliche Sanktionen gegen den Verein. Dort geht es unter anderem um eine Zahlung, die mehr als 30 Tage ohne prima facie vertragliche Grundlage verspätet ist sowie um eine schriftliche Inverzugsetzung mit einer Frist von mindestens zehn Tagen. Diese Regelung ist nicht identisch mit dem 15-Tage-Erfordernis aus Art 14bis für die vorzeitige Vertragsbeendigung durch den Spieler.

Wer nur die zehn Tage aus Art 12bis einhält, hat damit nicht automatisch alle Voraussetzungen des Art 14bis erfüllt. Umgekehrt bedeutet eine nach Art 14bis mögliche Vertragsbeendigung nicht, dass die FIFA-Sanktionen nach Art 12bis im selben Verfahren automatisch ausgesprochen werden. Anspruch, Beendigungsrecht und sportrechtliche Sanktion sind getrennt zu prüfen.

Auch ein Verfahren vor dem FIFA Football Tribunal beantwortet nicht automatisch jede Frage des österreichischen Arbeitsrechts. Bei internationalen Verträgen müssen FIFA-Reglement, Vertrag, anwendbares nationales Recht und zuständiges Forum gemeinsam betrachtet werden.

Schriftliche Inverzugsetzung richtig vorbereiten

Die Aufforderung sollte die offenen Beträge und ihre Fälligkeit nachvollziehbar aufschlüsseln. Grundgehalt, Prämien, Sachleistungen und sonstige Positionen sollten nicht in einer unklaren Gesamtsumme verschwinden. Verweisen Sie auf die konkrete Vertragsklausel und verlangen Sie die vollständige Zahlung der tatsächlich geschuldeten Beträge.

Art 14bis verlangt eine Frist von mindestens 15 Tagen. Der Zugang beim Verein und der genaue Fristlauf müssen nachweisbar sein. E-Mail, Einschreiben oder ein im Vertrag vorgesehenes Kommunikationssystem können je nach Vereinbarung unterschiedliche Beweisfragen aufwerfen. Sichern Sie die gesendete Fassung, Anhänge, Zustellnachweise und Antworten.

Eine Nachfrist ist kein Ersatz für die weitere Vertragserfüllung. Bis zur fachlichen Prüfung sollten Spieler ihre Pflichten nicht eigenmächtig einstellen und Vereine offene Beträge nicht durch eine widersprüchliche Abrechnung erledigen wollen. Die Kommunikation muss erkennen lassen, welche Zahlung verlangt wird und welche Rechte geprüft werden.

Österreichisches Arbeitsrecht: § 26 AngG mitprüfen

Für ein österreichisches Angestelltenverhältnis ist zusätzlich § 26 AngG relevant. Nach Art 1 Z 2 kann ein wichtiger Grund für den vorzeitigen Austritt insbesondere vorliegen, wenn der Dienstgeber das dem Angestellten zukommende Entgelt ungebührlich schmälert oder vorenthält oder andere wesentliche Vertragsbestimmungen verletzt. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, hängt vom Vertrag, dem Rückstand, der Abrechnung und den Umständen des Einzelfalls ab.

Die FIFA-Regel 14bis und § 26 AngG stehen nicht einfach als austauschbare Alternativen nebeneinander. Art 14bis ordnet einen sportrechtlichen Prüfrahmen für den internationalen Fußball; § 26 AngG betrifft die österreichische arbeitsrechtliche Beendigung. Anwendbares Recht, Vereinsstruktur, Vertragsklauseln und das zuständige Verfahren müssen zuerst geklärt werden.

Ein längeres Zuwarten kann die Beurteilung der Unzumutbarkeit und der Reaktion auf den wichtigen Grund erschweren. Das ist keine pauschale Fristangabe. Es bedeutet, dass ein erkannter Zahlungsrückstand zeitnah und mit den vollständigen Unterlagen geprüft werden sollte, bevor eine Beendigungserklärung versendet wird.

Beendigungserklärung und Folgen sorgfältig trennen

Eine schriftliche Mahnung, eine Aufforderung zur Zahlung und eine vorzeitige Beendigung des Vertrags sind unterschiedliche Erklärungen. Die Beendigung muss zum richtigen Zeitpunkt, gegenüber dem richtigen Vertragspartner und in der vertraglich vorgesehenen Form erfolgen. Unklare Formulierungen können später die Frage aufwerfen, ob tatsächlich beendet oder nur weiter verhandelt wurde.

Wer ohne ausreichenden wichtigen Grund beendet, kann selbst mit Schadenersatz- oder sportrechtlichen Folgen konfrontiert sein. Art 17 FIFA regelt Folgen einer Beendigung ohne wichtigen Grund und enthält bei einer Beendigung wegen überfälliger Zahlungen besondere Regeln zur Entschädigung. Daraus folgt nicht, dass jede behauptete Zahlungssäumnis automatisch geschützt ist.

Vor einer Erklärung sollte deshalb eine Forderungstabelle mit Fälligkeit, Betrag, Zahlung, Mahnung und Nachfrist erstellt werden. Zusätzlich sind Wechselabsichten, laufende Verfahren, Registrierung und die Frage zu berücksichtigen, ob ein neuer Vertrag bereits unterschrieben wurde.

Welche Nachweise den Zahlungsrückstand belegen

Sichern Sie den unterschriebenen Spielervertrag mit allen Nachträgen, Abrechnungen, Bankauszügen, Zahlungsbestätigungen und Nachrichten des Vereins. Markieren Sie für jeden Monat den vertraglichen Fälligkeitstag, den geschuldeten Betrag, den Zahlungseingang und einen allfälligen offenen Rest.

Bei variabler Vergütung kommen Einsatz- und Punktprämien, Bonusbedingungen, Sachbezüge, Unterkunft, Fahrzeug oder sonstige Leistungen hinzu. Dokumentieren Sie die auslösende Leistung und die vertragliche Berechnung. Ein offener Betrag ist nicht schon deshalb ein Monatsgehalt, weil er in einer Monatsabrechnung erwähnt wird.

Ordnen Sie außerdem die schriftliche Inverzugsetzung und den Zugang. Eine kurze Chronologie mit Vertrag, Fälligkeit, Zahlungsrückstand, Aufforderung, Fristablauf, Teilzahlung und weiterer Kommunikation ist für die Prüfung wertvoller als ungeordnete Screenshots. Der Vergütungs-Check kann bei der ersten Strukturierung helfen.

Häufige Fragen zu offenen Gehältern

Kann ein Spieler bei einem offenen Monatsgehalt sofort kündigen?
Nein. Art 14bis FIFA knüpft das Regelbeispiel an mindestens zwei fällige Monatsgehälter, eine schriftliche Inverzugsetzung und eine Nachfrist von mindestens 15 Tagen. Vertrag, anwendbares Recht und konkrete Fälligkeit müssen zusätzlich geprüft werden.

Reichen zehn Tage Nachfrist?
Nicht automatisch. Die zehn Tage aus Art 12bis FIFA betreffen überfällige Zahlungen und mögliche Sanktionen. Für die Beendigung nach Art 14bis ist grundsätzlich eine Frist von mindestens 15 Tagen vorgesehen.

Zählen Prämien wie zwei Monatsgehälter?
Nicht ohne weitere Prüfung. Art 14bis enthält eine anteilige Regel für nicht monatlich fällige Gehälter. Bei Prämien kommt es zunächst auf Anspruch, Fälligkeit, Berechnung und Vertragsinhalt an.

Gilt Art 14bis für jeden Spielervertrag?
Der konkrete Anwendungsbereich hängt unter anderem vom professionellen Status, dem einschlägigen FIFA-Reglement, dem Vertrag und dem Verfahren ab. Kollektivvereinbarungen und alternative Vertragsbestimmungen können relevant sein.

Was soll ein Verein tun, wenn die Zahlung bestritten wird?
Der Verein sollte die Vertragsgrundlage, Fälligkeit und Berechnung nachvollziehbar offenlegen, berechtigte Beträge fristgerecht bezahlen und die Kommunikation dokumentieren. Eine pauschale Zurückweisung kann den Streit verschärfen.

Das Wichtigste für die nächsten Schritte

Erstellen Sie zuerst eine vollständige Forderungstabelle. Ordnen Sie Monatsgehälter, Prämien, Sachleistungen und Teilzahlungen nach Fälligkeit und Vertrag. Prüfen Sie danach, ob mindestens zwei Monatsgehälter oder ein entsprechender Betrag offen sind und ob die FIFA-Regel 14bis auf den konkreten Vertrag anwendbar ist.

Sichern Sie anschließend die schriftliche Inverzugsetzung, den Zugang und den Ablauf der mindestens 15-tägigen Nachfrist. Prüfen Sie parallel § 26 AngG, Vertragsklauseln, anwendbares Recht und das zuständige Forum. Erklären Sie eine vorzeitige Beendigung nicht allein aufgrund einer überschlägigen Rechnung.

Kontakt zur Kanzlei
Wenn Gehälter, Prämien oder Sachleistungen aus einem Spielervertrag offen sind und eine Beendigung geprüft wird, übermitteln Sie den Vertrag mit Nachträgen, die Forderungstabelle und die gesamte Zahlungs- und Kommunikationschronologie. Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt, klärt mit Ihnen die nächsten sinnvollen Schritte.

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