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Forderung beim FIFA Football Tribunal: Klageschrift, Frist und Zustellung

FIFA Football Tribunal: Welche Unterlagen, Fristen und Schritte braucht eine vertragliche Forderung eines Spielers?

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3. September 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Eine vertragliche Forderung eines Spielers gegen einen ausländischen Verein muss beim FIFA Football Tribunal in der richtigen Form und über den richtigen Kanal eingebracht werden. Entscheidend sind eine vollständige Klageschrift, die zweijährige Ausschlussfrist für Verfahren nach den FIFA-Regeln, die Beweismittel und die laufende Kontrolle des Legal Portals.

Das Verfahren vor dem Football Tribunal ist von der Frage zu trennen, ob zusätzlich ein österreichisches Arbeitsgericht oder ein Schiedsgericht in Betracht kommt. Dieser Beitrag erklärt den FIFA-Verfahrensweg für eine internationale Forderung aus dem Spielervertrag. Die konkrete Zuständigkeit hängt immer von Anspruch, Parteien und anwendbarem FIFA-Reglement ab.

Kurze Einordnung

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01

Vor der Einreichung müssen Anspruch, Parteien, Frist und Beweismittel in einer vollständigen Klageschrift geordnet werden.

Stellen Sie Vertrag und Nachträge, Abrechnungen, Zahlungsnachweise, Korrespondenz und eine Chronologie zusammen. Prüfen Sie außerdem, welche Kammer und welche aktuelle FIFA-Regelung den Anspruch tragen.

02

Nach der Zustellung laufen die vom FIFA-Generalsekretariat gesetzten Fristen über das Legal Portal.

Kontrollieren Sie das Legal Portal täglich und sichern Sie die Zustellmitteilung mit Datum und Uhrzeit. Ordnen Sie Antwort, mögliche Widerklage und alle ergänzenden Beweismittel dem gesetzten Termin zu.

03

Nach dem verfügenden Teil der Entscheidung können kurze Fristen für Begründung, Kosten und Berufung laufen.

Sichern Sie die Entscheidung und prüfen Sie sofort, ob die Begründung binnen zehn Kalendertagen beantragt werden muss. Danach ist die mögliche Berufung an den CAS anhand der zugestellten Begründung und der FIFA-Statuten zu prüfen.

FIFA-Forderung und zuständige Kammer zuerst einordnen

Das Football Tribunal besteht aus der Dispute Resolution Chamber, der Players’ Status Chamber und der Agents Chamber. Welche Kammer zuständig ist, richtet sich nach den FIFA-Statuten und den jeweils anwendbaren Reglementen. Für Streitigkeiten zwischen Verein und Spieler aus einem Arbeitsverhältnis mit internationaler Dimension ist typischerweise die Dispute Resolution Chamber relevant. Das bedeutet noch keine automatische Annahme der konkreten Forderung.

Bei einer Spielerforderung muss der Rechtskern klar beschrieben werden. Geht es um ausstehendes Gehalt, eine Bonuszahlung, Schadenersatz wegen Vertragsverletzung oder die Wirksamkeit einer Beendigung? Ein Streit über Registrierung oder Spielerstatus kann zusätzlich oder ausschließlich anderen FIFA-Regeln folgen. Die Schwerpunktseite zur sportrechtlichen Streitbeilegung ordnet die verschiedenen Wege ein.

Der FIFA-Bezug ersetzt auch nicht automatisch die Prüfung eines staatlichen Gerichts oder einer Schiedsvereinbarung. Wer mehrere Foren erwägt, sollte Anspruch, Parteien, Regelwerk und bereits eingeleitete Schritte getrennt dokumentieren. Der bestehende Beitrag zum Gerichtsstand im grenzüberschreitenden Spielervertrag behandelt diese Zuständigkeitswahl. Dieser Beitrag konzentriert sich auf die anschließende Einreichung beim Football Tribunal.

Frist: Welche Zeit für die Forderung bleibt

Der amtliche FIFA-Guide weist für Verfahren vor dem Football Tribunal auf die Zweijahresfrist nach den anwendbaren FIFA-Regeln hin. Nach Art 23 Abs 3 RSTP hört das Tribunal einen Fall grundsätzlich nicht an, wenn seit dem Ereignis, das den Streit ausgelöst hat, mehr als zwei Jahre vergangen sind. Die Frist wird im Einzelfall von Amts wegen geprüft. Maßgeblich sind die aktuelle Fassung des Reglements, das konkrete Ereignis und die Einordnung des Anspruchs.

Die Zweijahresfrist ist von später gesetzten Verfahrensfristen zu unterscheiden. Nach einer Einreichung kann das FIFA-Generalsekretariat Nachbesserungen oder zusätzliche Unterlagen verlangen. Für diese Antwort gilt der jeweils gesetzte Termin. Wird eine unvollständige Einreichung nicht rechtzeitig ergänzt, kann sie als zurückgenommen gelten und muss neu eingebracht werden, sofern der Anspruch dann noch nicht verfristet ist.

Auch Zustellfristen dürfen nicht aus einer E-Mail oder einem Kalender geschätzt werden. Nach Art 10 und 11 der Procedural Rules laufen Mitteilungen über das Legal Portal oder, in den vorgesehenen Fällen, über TMS. Bei direkter Zustellung beginnt die Frist am Tag nach dem Zugang. Parteien müssen das Legal Portal und TMS mindestens einmal täglich kontrollieren.

Beweismittel: Vertrag, Abrechnung und Übersetzung

Die Klageschrift muss den vollständigen Beweiskörper enthalten. Für eine Gehaltsforderung gehören regelmäßig der Spielervertrag und Nachträge, Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge oder andere Zahlungsnachweise, Mahnungen und die Kommunikation über die offene Position dazu. Bei Prämien kommen die Klausel, Spiel- oder Leistungsdaten und die Abrechnung hinzu. Bei einer Vertragsbeendigung sind Kündigung, Auflösungserklärung, Zustellnachweis und Reaktion der Gegenseite wichtig.

Art 13 der Procedural Rules sieht Englisch, Spanisch oder Französisch als Verfahrenssprachen vor. Dokumente in einer anderen Sprache sind im Original und, soweit erforderlich, mit einer Übersetzung in eine dieser Sprachen einzureichen. Die Unterlagen sollten nummeriert und mit ihrem Beweiszweck bezeichnet werden. Eine übersichtliche Anlage erleichtert die Zuordnung und verhindert, dass eine einzelne Behauptung ohne passenden Nachweis bleibt.

Wer eine Tatsache behauptet, trägt grundsätzlich die Beweislast. Die Kammer entscheidet, welches Gewicht sie den einzelnen Beweismitteln gibt und kann im Verfahren weitere Informationen anfordern. Eine vollständige Akte bedeutet daher mehr als das Hochladen des Vertrags. Sie sollte die zeitliche Entwicklung, die konkrete Forderungsberechnung und die Reaktion des Vereins nachvollziehbar machen.

Zustellung, Antwort und mögliche Widerklage

Nach der formalen Prüfung kann das FIFA-Generalsekretariat die Forderung samt Anlagen an den Verein zustellen. Der Verein erhält eine Frist für die Antwort. Nach Art 21 kann er mit dieser Antwort eine Widerklage einbringen. Eine Widerklage muss grundsätzlich dieselbe Form wie eine Forderung erfüllen und innerhalb derselben gesetzten Frist eingebracht werden.

Bei einer einfachen oder durch gefestigte Rechtsprechung geklärten Angelegenheit kann die FIFA-Administration einen Vorschlag zur Erledigung unterbreiten. Wird er angenommen oder nicht fristgerecht abgelehnt, kann das Bestätigungsschreiben eine endgültige und bindende Entscheidung bilden. Wird der Vorschlag abgelehnt, läuft das Verfahren mit der Antwort der Gegenseite weiter.

Nach der Schließung der Einreichungsphase dürfen Parteien ihre Anträge und Schriftsätze grundsätzlich nicht mehr ergänzen oder neue Beweise vorlegen. Die FIFA-Administration oder die zuständige Kammer kann allerdings zusätzliche Informationen verlangen. Für die Vorbereitung einer solchen Akte hilft die Checkliste zur Streitvorbereitung. Der Konflikt-Check unterstützt bei der Ordnung von Anspruch, Beweisen und bereits befassten Stellen.

Entscheidung, Begründung und Berufung zum CAS

Das Football Tribunal entscheidet grundsätzlich auf Grundlage der schriftlichen Akte. Ein mündliches Hearing kommt nur unter besonderen Umständen in Betracht. Die Entscheidung wird den Parteien über den vorgesehenen Kommunikationskanal zugestellt und tritt mit der Zustellung in Kraft. Häufig wird zunächst nur der verfügende Teil mitgeteilt, also etwa die Annahme, teilweise Annahme oder Abweisung der Forderung.

Wer die Entscheidungsgründe erhalten möchte, muss den Antrag grundsätzlich binnen zehn Kalendertagen nach Zustellung des verfügenden Teils stellen. Wenn Verfahrenskosten angeordnet wurden, kann zusätzlich der rechtzeitige Nachweis der Zahlung des eigenen Kostenanteils erforderlich sein. Wird diese Frist versäumt, kann die Entscheidung endgültig und bindend werden und das Berufungsrecht verloren gehen.

Nach dem FIFA-Guide kann eine Entscheidung des Football Tribunal nach Art 57 Abs 1 der FIFA-Statuten binnen 21 Tagen ab Zustellung der Begründung beim Court of Arbitration for Sport angefochten werden. Die Berufung ist direkt beim CAS nach dessen Regeln einzubringen. Für die Fristberechnung zählen die konkrete Zustellung und der genaue Inhalt der Entscheidung, nicht bloß eine informelle Nachricht.

Häufige Fragen zur Forderung bei FIFA

Kann ein Spieler eine Forderung per E-Mail an FIFA senden?
Für die einschlägigen Verfahren ist das Legal Portal der vorgesehene Kommunikationsweg. Eine gewöhnliche E-Mail ersetzt die Einreichung grundsätzlich nicht. Technische Probleme sollten sofort über den offiziellen Legal-Portal-Helpdesk geklärt werden.

Welche Sprache muss die Klageschrift haben?
Schriftsätze an FIFA sind in Englisch, Spanisch oder Französisch einzureichen. Beweismittel in anderen Sprachen sollten mit der erforderlichen Übersetzung in eine dieser Sprachen vorgelegt werden.

Wie lange kann ein Spieler eine vertragliche Forderung einbringen?
Der FIFA-Guide verweist auf die Zweijahresfrist nach den anwendbaren FIFA-Regeln. Ob diese Frist im konkreten Fall abgelaufen ist, hängt vom auslösenden Ereignis, dem Anspruch und der maßgeblichen Reglementsfassung ab.

Muss ein Spieler Verfahrenskosten bezahlen?
Verfahren sind grundsätzlich kostenfrei, wenn zumindest eine Partei Spieler, Trainer, lizenzierter Fußballagent oder lizenzierter Spielervermittler ist. Eigene Vertretungskosten werden dadurch nicht automatisch ersetzt.

Was passiert, wenn der Verein nicht antwortet?
Die zuständige Stelle kann auf Grundlage der vorhandenen Akte entscheiden. Das bedeutet nicht automatisch, dass jeder Antrag des Spielers bewilligt wird. Die Forderung und die Beweismittel müssen schlüssig sein.

Das Wichtigste für die nächsten Schritte

Ordnen Sie zuerst Anspruch, Parteien, Kammer und auslösendes Ereignis. Erstellen Sie danach eine Forderungsberechnung mit Betrag, Währung, Vertragsgrundlage und Zeitraum. Vertrag, Nachträge, Abrechnungen, Zahlungsnachweise, Korrespondenz und Beendigungsunterlagen sollten als nummerierte Anlagen vorliegen.

Prüfen Sie die Zweijahresfrist und halten Sie jede Mitteilung aus dem Legal Portal mit Zustelltag fest. Ergänzungen, Antworten und eine mögliche Widerklage müssen innerhalb der gesetzten Frist erfolgen. Nach der Entscheidung sind die Zehn-Tage-Frist für die Begründung und eine mögliche 21-Tage-Frist für den CAS getrennt zu prüfen.

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